Eigentlich wollten wir heute den 3.Teil unserer Serie über die Socialmedia-Shortcuts bringen. Aber aus aktuellem Anlass, haben wir uns entschieden, den 3.Teil um eine Woche weiter nach hinten zu schieben. Wir sind der Meinung, dass dieser Beitrag  der Aktualität und Wichtigkeit geschuldet ist. Jetzt aber zur Vorgeschichte, die uns dazu bewogen hat, diesen Beitrag zu schreiben:

Fotolia-Kunden – Kanzlei Pixel.Law mahnt ab

Wie hinreichend bekannt, bedienen sich Webseitenbetreiber, Blogger usw. gerne Fotodienste wie Fotolia, um damit Ihre Seiten & Beiträge zu befüllen. Bei Bildern, welche von Fotolia verwendet werden, muss die Urheberkennzeichnung entweder am Bild, im Impressum oder einem besonders ausgewiesenen Bereich zu machen sind. Bei Fotolia gibt es 2 Lizenzen – eine Standard-Lizenz und eine erweiterte. Diese unterscheiden sich allerdings nur im Umfang der Nutzungsrechte. Zur Urheberkennzeichnung steht in beiden Lizenzen:

Die Benutzung des Werkes im redaktionellen oder journalistischen Zusammenhang, ohne folgende Urheberangaben am Bild, im Impressum oder einem dezidierten Bildnachweis zu machen: “© [Alias oder Name des Fotografen] – Fotolia.com”

An diese Angaben haben sich die Website-Betreiber gehalten und die Quellen im Impressum ordnungsgemäß aufgelistet. Und dies missfällt einigen Fotografen und lassen diese Betreiber durch die o.a. Kanzlei abmahnen. Die Fotografen sind der Meinung, dass die Quellen-Angaben direkt beim Bild und nicht im Impressum (gemäß Fotolia-Richtlinien jedoch richtig!) hinterlegt werden sollen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf ca. 1.250 EUR. Leider gibt es bis dato keine eindeutige Rechtssprechung. Soviel zur Vorgeschichte.

Unsere Betrachtung aus 2 Blickwinkeln

Aus der Sicht eines Webdesigners: Trotz großem eigenen Fotoarchiv kommt man als Webdesigner hin und wieder in die Verlegenheit, aufgrund fehlendem Bildmaterials auf verschiedene Fotodienste zurück greifen zu müssen. Zugegeben – solche Dienste erleichtern Einem die Arbeit schon sehr, da nicht extra zur Kamera gegriffen werden und ein passendes Motiv in Szene gesetzt werden. Aber, was nutzen unsals Webdesigner solche Dienste, wenn ein Teil der dort registrierten Fotografen sich nicht an die schriftlichen Abmachungen mit dem Fotodienst halten und plötzlich in einen Abmahnwahn verfallen? Nichts – ganz im Gegenteil. Aus der Sicht eines Fotografen: Die Fotografie gehört auch zu unserem Leistungsprogramm und wir machen pro Jahr mehrere tausend Aufnahmen. Uns gefällt es auch nicht, wenn unsere Bilder ohne unsere Zustimmung durch Fremde genutzt werden. Nur, und das ist – unser Meinung nach – ein ganz entscheidender Punkt: Wir stellen KEINEM Dienst unsere Fotos – egal ob gegen Gebühr oder kostenlos – zur Verfügung. Sollten wir in unserem Fall dennoch fündig werden, so können wir jederzeit juristisch dagegen vorgehen. Und sollte man dennoch seine Bilder über einen Fotodienst vertreiben wollen, so sollte man sich auch ans geschriebene Wort – sprich den vertraglichen Inhalten – halten.

Urheberkennzeichnung – Fotolia schweigt sich aus

Bei Fotolia häufen sich mittlerweile die Beschwerdemails und es sind auch mehrere Einträge  auf der Facebook-Fanpage von Fotolia zu finden. Eine Reaktion seitens des Dienstes ist bis dato jedoch noch ausstehend. Trouble-Shooting sieht jedenfalls anders aus. Der Dienst tut sich in unseren Augen mit seinem Ausschweigen keinen Gefallen. Ganz im Gegenteil: Fotolia täte gut daran und würde sich mit sofortiger Wirkung von solchen Fotografen trennen. Damit würde Fotolia sich und allen anderen Fotodiensten einen Bärendienst erweisen.

Fazit – Andere Wege für sich suchen

Fotolia werden wir als Bilderdienst nicht mehr nutzen. Falls jemand auch weiterhin Bilder von Fotolia nutzen möchte, dem empfehlen wir, die Quellenangaben direkt beim Bild zu hinterlegen. Und gestattet uns noch eine Anmerkung zu den besagten abmahnwütigen Fotografen: Es gibt heute so viele Möglichkeiten, wie man seine Bilder lukrativ verkaufen kann. Da muss man nicht via Abmahnung an registrierte Kunden von Fotodiensten herantreten. Mit Eurem Verhalten bringt Ihr eine gesamte Berufssparte in Verruf. Müssen es nach den Abmahn-Anwälten unbedingt die Fotografen sein?