Facebook ändert seine AGBs

Nun ist es also amtlich. Facebook hat mit Wirkung zum gestrigen Tag seine AGBs geändert. Nutzt Ihr Facebook noch oder habt Ihr auch, wie einige wenige, Euren Account gelöscht? Der Aufschrei im Vorfeld war ja enorm – selbst der Bundestag beschäftigte sich in dieser Woche mit der Thematik.

Taktisch kluger Schachzug

Jetzt mal ehrlich und Hand aufs Herz. Jeder, der sich im weltweiten Netz tummelt weiß, dass mit unseren persönlichen Daten alles andere als vorsichtig umgegangen wird. Einen Großteil tragen wir selbst dazu bei. Facebook bringt mit seinen neuen AGBs lediglich nur das zu Papier, was längst schon gängigste Praxis ist. Das Netzwerk legt mit diesem Schritt letztendlich nur die Karten offen auf den Tisch. In meinen Augen ein sehr kluger Schachzug.

Was ändert sich?

Zunächst einmal wertet Facebook die persönlichen Daten noch detaillierter aus als bisher. In diese Auswertung  fliessen noch zusätzlich das persönliche Such- und Surfverhalten mit ein. Es wird, wenn Sie wollen,  für jeden Benutzer ein eigenes spezielles Werbeprofil erstellt. Dazu ein kleines Beispiel: Herr xy macht gerne Fernreisen und interessiert sich für eine bestimmte Art von Schwarz/Weiß-Fotografie. Auf seinem Facebook-Account wird er per sofort mehr Werbeanzeigen über Fernreisen und Schwarz/Weiß-Fotografie eingeblendet bekommen als bisher. Ändert Herr xy irgend wann einmal sein Such- & Surfverhalten, so passt sich sein persönliches Werbeprofil diesen Änderungen automatisch an.

Wie ist das möglich?

Facebook bedient sich dazu der Hilfe von sog. Cookies. Was ist ein Cookie? Ein Cookie ist einfach ausgedrückt, ein digitales Lesezeichen. Jede besuchte Website hinterlässt so ein Lesezeichen – sprich Cookie – auf dem Rechner des Seitenbesuchers. Diese werden in der Regel dauerhaft auf dem Rechner gespeichert. Cookies enthalten seiten-relevante Daten, auf die der Besucher bei einem erneuten Seitenaufruf schneller zugreifen kann. Beispiel: Sie haben in einem Online-Shop einen Kauf getätigt, den Sie im nächsten Schritt abschließen wollen. Sobald Sie bei Ihrem Anmeldenamen den ersten Buchstaben, die erste Zahl oder das erste Sonderzeichen eingegeben haben, erscheint wie von Geisterhand der kpl. Anmeldename. Hinter dieser Geisterhand steckt z.B. ein Cookie.  Diese Aufzählung könnte man jetzt unendlich lange fortsetzen. Fast jeder Mausklick und jede noch so kleine Aktion wird mittels eines Cookies registriert. In der Summe ergibt sich daraus eine Unmenge an Cookies, denen sich Facebook bedient und somit die Werbeeinblendungen für jeden einzelnen Benutzer gezielter steuern kann.

Kann ich dagegen etwas tun?

Einen 100%-igen Schutz wird es nie geben, es sei denn, Sie löschen Ihren bestehenden Facebook-Account. Dieser Schritt ist jedoch gar nicht nötig. Sie sollten lediglich ein paar Einstellungen überprüfen und ggf. ändern. Wir zeigen Ihnen wie es geht.

Schritt 1 – Browsereinstellungen ändern.

Facebook greift wie weiter oben bereits erwähnt auf Cookies zurück. Die Speicherung der Cookies kann in den Einstellungen des Browsers verwaltet werden. Dort kann ja nach Browser eingestellt werden, ob und wie lange die Cookies auf Ihrem Rechner gespeichert werden sollen. Unser Tipp: Falls Sie mit Firefox, IE oder anderen Browsern unterwegs sein sollten, steigen Sie doch auf Google-Chrome um. Neben einer Reihe von Sicherheiten, die weder der IE noch Firefox bieten können, löscht der Chrome die Cookies nach jedem Schließen des Browsers automatisch. Ferner besitzt der Chrome eine sog. Inkognito-Funktion. Diese gewährleistet, dass auch während des Surfens keinerlei Cookies auf Ihren Rechner übertragen werden. Sie könnten aber auch nur für Facebook alleine einen eigenen Browser benutzen.

Schritt 2 – Änderungen in den Einstellungen beim Facebook-Konto vornehmen

Folgende Einstellungen sollten Sie bei Ihrem Facebook-Konto überprüfen und ggf. ändern:

Rubrik Sicherheit:

Anmeldungswarnungen: Haken setzen bei Anmeldungswarnungen per eMail

Rubrik Privatsphäre:

Wer kann meine Inhalte sehen: “Freunde”
Wer kann mir Freundschaftsanzeigen senden: “Alle” oder”Freunde von Freunden”. Unsere Empfehlung: “Freunde von Freunden”
Wessen Nachrichten sollen in meinem Postfach gefiltert werden: “strenges Filtern”

Chronik und Markierungseinstellungen:

Wer kann in meiner Chronik posten: “Freunde”
Beiträge überprüfen, in den ich markiert wurde: “aktiv”
Wer kann markierte Beiträge sehen: Unsere Empfehlung: “Freunde”
Wer kann sehen, was andere in meiner Chronik gepostet haben: “Freunde”
Nutzer-Markierungsvorschläge: auf aktiv stellen

Rubrik Apps:

Alle Apps entfernen, die nicht benötigt werden

Rubrik Werbeanzeigen:

Werbeanzeigen und Freunde: Kombiniere meine sozialen Handlungen mit Werbeanzeigen für: “Niemand”

 

Fazit: Mittels den oben aufgezeigten Einstellungen können Sie schon eine Menge bewirken. Es liegt letztendlich in Ihrer Hand, welche Daten Sie weiterhin Facebook zur Verfügung stellen wollen. Diese Entscheidung kann jeder Einzelne nur für sich alleine treffen.