Ihr werdet Euch wegen des Titels sicherlich erst einmal die Augen reiben und dabei fragen, ob es sich bei diesem Artikel um einen vorgezogenen April-Scherz handelt. Dem ist leider nicht so. Unser heutiges Leben spielt sich immer mehr im digitalen Raum ab und es liegt somit in der Natur der Sache, dass zu einem solchen Leben unzählige Online- und Zugangs-Daten gehören. Was wird aus all diesen Konten & Daten, wenn ein Angehöriger verstirbt?

Kennt Ihr alle Online-Konten und die dazugehörigen Passwörter?

Häufig kennen die Hinterbliebenen weder alle Online-Konten des Verstorbenen, geschweige denn die nötigen Passwörter. Um alle Profile, Konten usw. löschen zu können, müssen die Hinterbliebenen erst einmal wissen, dass es diese Konten überhaupt gibt. Und selbst wenn man diese Daten kennt, gibt es keinen einheitlichen Umgang mit Sterbefällen seitens der Anbieter. So kann es durchaus vorkommen, dass Gebühren weiter laufen, Auktionen nicht abgeschlossen oder Verträge automatisch verlängert werden. Eine Grundsatzfrage stellt sich immer noch: Ist ein Online-Konto überhaupt vererbbar?

Empfehlung: Übersicht über alle Konten

Es empfiehlt sich also eine Liste mit allen Konten, Profilen und den dazugehörenden Passwörtern zu führen. Der Bundesverband Verbraucherzentrale rät sogar, alle Zugangsdaten auf einem verschlüsselten USB-Stick abzuspeichern und entsprechende Anweisungen zu hinterlassen, wie mit den Daten und Konten zu verfahren ist. Vorzugsweise sollte der Stick incl. der Anweisungen in einem Bankschließfach oder bei einem Notar hinterlegt werden.

Übersicht über die bekanntesten Dienste-Anbieter und ihren Umgang mit Todesfällen:

Facebook: Hinterblieben erhalten keinen Zugriff auf das Profil des Verstorbenen. Liegt die Sterbeurkunde vor, kann das Profil in einen “Gedenkstatus” versetzt werden. Angehörige können die Löschung des Accounts beantragen.

Xing: Angehörige können den Tod des Profil-Inhabers melden. Dieses wird dann inaktiv geschaltet. Xing prüft anschließend eine Löschung.

Twitter: Familienmitglieder des Vorstorbenen können bei Vorlage der Sterbeurkunde und der Berechtigung (Ausweis und notariell beglaubigtes Dokument) den Tod des Profil-Inhabers melden. Der Account wird erst inaktiv geschaltet und dann nach 30 Tagen gelöscht.

Flickr: Hier bekommen Sie keinen Zugriff auf das Profil des Verstorbenen. Zur Löschung des Accounts ist eine Sterbeurkunde nötig.

Google: Über einen Inaktivitätsmanager können Profil-Inhaber festlegen, wer welche Daten Zugriff haben soll und wann das Konto nach dem letzten Login gelöscht werden soll.

Yahoo, gmx, web.de: Die Anbieter gewähren keinen Zugriff auf das Postfach. Zur Löschung des Accounts ist eine Sterbeurkunde vorzuweisen.